Improvisation von Kadenzen im klassischen Solokonzert

Es geht um Improvisation und Komposition von Kadenzen, aber auf einer tieferen Ebene eröffnet der Kurs Kreativität, eigenen musikalischen Ausdruck, Bühnenpräsenz und Individualität. Die Beschäftigung mit dem Thema hat mir selbst sehr geholfen, um beim Interpretieren von Kompositionen freier und auch stimmiger zu werden.


Zur Zeit der Wiener Klassik war es gang und gäbe, dass Solisten die Kadenzen in Solokonzerten aus dem Stegreif improvisierten. Sie spielten frei mit den Motiven des Konzertes, konnten sie nach Belieben abwandeln, neu miteinander verbinden und weiterentwickeln. Sie mussten aber dabei auch Regeln beachten. Heute ist Musikern das Improvisieren von Kadenzen meist fremd. Unser Kurs belebt diese Tradition neu und vermittelt Regeln für diese Improvisationen. Vom Improvisieren der Kadenzen ist es nur noch ein kleiner Schritt zu ihrer schriftlichen Fixierung in Notenform. Das Schreiben von Kadenzen gelingt so im Zusammenwirken von spontaner Eingebung und Wissen um Harmonieverläufe und Struktur. Mit solchen Erfahrungen wird das Interpretieren von niedergeschriebenen Kadenzen noch stimmiger, denn der Musiker hat ein neues Verständnis für die Sache gewonnen. Er hat das improvisatorische Element dabei erfahren und kann Konzertkadenzen aus diesem Geiste quasi improvisiert aufführen. Und wer sich traut, im Konzert die Kadenzen zu improvisieren, erfrischt das Publikum und die Mitspieler, bietet unerhörte, musikalische Lebendigkeit und lässt darüber hinaus die komponierten Teile des Konzertes in einem neuen Kontext erscheinen.

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